Baustrom und Bauwasser sind die erste Lebensader deiner Baustelle. In 5 Minuten weißt du, was du brauchst, wer zuständig ist, welche Kosten typisch sind – und welche Fehler ich auf Baustellen immer wieder sehe.

Was ist das – und wann brauchst du es?
Baustrom ist ein temporärer Stromanschluss mit eigenem Zähler für Baugeräte (Kran, Säge, Heizung/ Trocknung, Licht).
Bauwasser liefert Wasser für Mörtel, Estrich, Reinigung und später die Hausmontage.
Aus meiner Praxis: Beides brauchst du ab Baubeginn – oft schon zu Erdarbeiten/ Fundament. Spätestens zur Hausmontage müssen Kran und Montagecrew versorgt sein. Wer das verschläft, startet mit Leerlauf und Zusatzkosten.
Zeitplan auf einen Blick
- 4–8 Wochen vorher: beim Netzbetreiber (Strom) und beim Wasserversorger (Stadtwerke) anfragen/beantragen.
- 2–3 Wochen vorher: Elektriker beauftragen (Baustromkasten liefern/anschließen, Anmeldung beim Netzbetreiber).
- 1 Woche vorher: Termin für Zählersetzung bzw. Standrohr-Abholung fixieren; Leitungswege und Stellplatz klären.
- Nach Hausanschluss: so früh wie möglich von Baustrom/Bauwasser auf den festen Hausanschluss umstellen und zurückgeben.
Wer macht was?
- Du/Bauherr: Aufträge erteilen, Termine koordinieren, Stellplatz/Frostschutz sichern, Kosten tragen.
- Elektriker (eingetragener Fachbetrieb): Anmeldung beim Netzbetreiber, Baustromkasten (mit FI/LS) stellen, Abnahme/ Prüfung, später Umschluss auf Haus.
- Netzbetreiber (Strom): Baustromanschluss herstellen, Zähler setzen (oder Messstellenbetreiber), Demontage am Ende.
- Wasserversorger (Stadtwerke): Standrohr (Hydranten-Adapter) oder temporären Anschluss ausgeben, Kaution/Miete abrechnen.
- Generalunternehmer/Fertighausanbieter: nennt Leistungsbedarf (z. B. CEE 32 A für den Kran) und Zeitpunkt; meist in der Bau-/ Montagecheckliste hinterlegt.
Technik – einfach erklärt
Baustromkasten (IP-geschützt, abschließbar) enthält:
- Zählerplatz, FI-Schutzschalter 30 mA, Leitungsschutzschalter
- Steckdosen: Schuko, CEE 16 A/32 A (oft beides), ggf. zusätzlicher Energiezähler/Lastanzeige
- Einspeisung provisorisch am Straßenrand/Grundstücksgrenze; Erdung/ Potentialausgleich zwingend
👉 Leistung richtig dimensionieren: Für Fertighaus-Montagen ist CEE 32 A Drehstrom üblich. Bei großem Kran ggf. höher – Angaben des Anbieters beachten.
Bauwasser:
- Meist Standrohr am Hydranten (mit Wasserzähler) vom Wasserversorger
- Frostschutz in der kalten Jahreszeit (isolierte Leitungen/Box, ggf. Heizband)
- Rückflussverhinderer/Schmutzfilter beachten
- Schläuche druckfest und trittsicher verlegen; keine Ableitungen in Straßenabläufe ohne Erlaubnis
👉 Mein Praxistipp: Stell den Kasten standsicher, abschließbar und wegefrei. Ich sehe oft umgeknickte Schläuche und angeknabberte Kabel – kleine Dinge, große Ausfälle.
Kosten & Richtwerte (grobe Spannen)
Die Preise sind regional sehr unterschiedlich. Plane mit Puffer und frage konkret bei Elektriker/Versorgern an.
| Posten | Richtwert |
| Baustromkasten-Miete | ca. 50–150 € / Monat |
| Auf-/Abbau/Prüfung Elektriker | ca. 150–600 € gesamt (je nach Umfang) |
| Netzbetreiber-/Zählergebühren | oft zweistellig bis niedrig dreistellig |
| Strompreis (Baustromtarif) | grob 0,30–0,50 €/kWh + Grundpreis |
| Standrohr-Kaution (Wasser) | häufig 500–1.500 € (rückzahlbar) |
| Standrohr-Miete/Grundpreis | z. B. 10–40 € / Woche (teils pauschal) |
| Wasserverbrauch | je nach Tarif €/m³, ggf. Abwasserpauschale |
👉 Tipp: Für kurze Bauzeiten lohnt Miete. Bei langen Projekten kann ein gebrauchter Kasten rechnen – Anschluss und Abnahme macht trotzdem der Fachbetrieb.
Schritt-für-Schritt: Antrag bis Rückbau
- Leistungsbedarf klären (Kran, Geräte, winterliche Bauheizung?).
- Elektriker ggf. beauftragen (eingetragen beim Netzbetreiber).
- Baustrom beantragen (Elektriker meldet an; Termin Zähler/ Anschluss sichern).
- Bauwasser beantragen (Standrohr reservieren, Abholung/Einweisung).
- Stellplatz vorbereiten (eben, zugänglich, gegen Umstoßen/Diebstahl gesichert; Kabelwege frei, trittsicher).
- Inbetriebnahme & Prüfung (Messprotokoll, FI-Test, Beschilderung).
- Bauphase: regelmäßig Sichtprüfung, FI-Test, Kabelschutz.
- Umschluss auf Hausanschluss sobald möglich.
- Rückgabe: Standrohr zurück, Kaution erstatten lassen; Baustrom demontieren lassen, Zählerstand melden.
Mini-Checkliste fürs Angebot (Elektriker/ Versorger)
- Leistung & Steckdosen (Schuko, CEE 16/32 A) und FI 30 mA enthalten?
- Auf-/Abbau, Prüfprotokolle, Zähleranmeldung inklusive?
- Miete je Monat, Grund-/Anfahrtskosten, Notdienst?
- Terminfenster (Zähler), Reaktionszeiten bei Störungen?
- Rückbau & Abmeldung geregelt?
- Für Bauwasser: Kaution, Miete/Grundpreis, Abrechnung Verbrauch/ Abwasser, Rückgabeprozess.
Typische Fehler – und wie du sie vermeidest
- Zu spät beantragt → Puffer 4–8 Wochen einplanen.
- Leistung zu knapp → Kran/Bauheizung vorher abklären; lieber CEE 32 A vorhalten.
- Kein FI/Schutz → 30 mA-FI und regelmäßige Tests sind Pflicht.
- Schlechte Platzierung → Kasten standsicher, trocken, abschließbar; Schläuche/Kabel trittsicher.
- Winter ohne Frostschutz → Standrohr/Kasten isolieren, ggf. Heizband.
- „Nachbars Steckdose“ → Aus Haftungs-/Sicherheitsgründen nur mit Fachbetrieb, separatem Zähler und Zustimmung – sonst lassen.
Baustrom und Bauwasser sind keine Nebensache, sondern die Basis für einen reibungslosen Start. Wer beides rechtzeitig plant, spart Leerlauf, Zusatzkosten und Nerven. Ich arbeite vor Ort am liebsten mit einer kleinen Terminliste: Elektriker, Netzbetreiber, Stadtwerke – nacheinander abhaken. So kann die Montagecrew an Tag X einfach loslegen und du behältst Budget und Zeitplan im Griff.
Hinweis: Angaben sind Richtwerte; regional unterschiedlich. Quellen: örtlicher Netzbetreiber, Stadtwerke/Wasserversorger, VDE-Regelwerk (z. B. DIN VDE 0100-704), DIN 18012, Verbraucherzentrale.
FAQ
Baustrom & Bauwasser
Sobald der feste Hausanschluss (Strom/Wasser) fertig ist und dein Elektriker die Anlage im Haus geprüft hat.
.fg-authorbox{margin:22px 0 0;padding:18px;background:#f2f2f2;border-radius:8px} .fg-authorbox__name{font-weight:700;font-size:18px;margin:0 0 6px} .fg-authorbox__role{font-weight:600;opacity:.85;margin:0 0 10px} .fg-authorbox__bio{margin:0;line-height:1.55}Ja. Anmeldung, Aufbau, Prüfung und Abnahme müssen ein eingetragener Elektrofachbetrieb erledigen.
.fg-authorbox{margin:22px 0 0;padding:18px;background:#f2f2f2;border-radius:8px} .fg-authorbox__name{font-weight:700;font-size:18px;margin:0 0 6px} .fg-authorbox__role{font-weight:600;opacity:.85;margin:0 0 10px} .fg-authorbox__bio{margin:0;line-height:1.55}Nur wenn erlaubt und technisch ausreichend. Meist ist das Standrohr mit Zähler vom Wasserversorger der saubere Weg (Abrechnung, Hygiene, Druck).
.fg-authorbox{margin:22px 0 0;padding:18px;background:#f2f2f2;border-radius:8px} .fg-authorbox__name{font-weight:700;font-size:18px;margin:0 0 6px} .fg-authorbox__role{font-weight:600;opacity:.85;margin:0 0 10px} .fg-authorbox__bio{margin:0;line-height:1.55}Oft ja: höhere Grundpreise und teils höherer Arbeitspreis. Daher: schnellstmöglich umstellen.
.fg-authorbox{margin:22px 0 0;padding:18px;background:#f2f2f2;border-radius:8px} .fg-authorbox__name{font-weight:700;font-size:18px;margin:0 0 6px} .fg-authorbox__role{font-weight:600;opacity:.85;margin:0 0 10px} .fg-authorbox__bio{margin:0;line-height:1.55}Richtwert einige Wochen. Terminabhängig von Netzbetreiber/Stadtwerken – frühzeitig anfragen!
.fg-authorbox{margin:22px 0 0;padding:18px;background:#f2f2f2;border-radius:8px} .fg-authorbox__name{font-weight:700;font-size:18px;margin:0 0 6px} .fg-authorbox__role{font-weight:600;opacity:.85;margin:0 0 10px} .fg-authorbox__bio{margin:0;line-height:1.55}
