Du willst eine PV-Anlage fürs Eigenheim? Kläre zuerst Dach-Eignung, Eigenverbrauch vs. Einspeisung, Anlagengröße, Speicher, Netz/Formalitäten, Kosten & Zahlungsplan sowie Steuern/Förderung. Hol dir 2–3 vergleichbare Fixpreis-Angebote mit klarer Stückliste, Garantien und Terminen.

Passt dein Dach?
- Ausrichtung: Süd bringt meist den höchsten Jahresertrag; Ost/West verteilt die Produktion gleichmäßiger über den Tag – gut für Eigenverbrauch.
- Neigung & Fläche: ca. 10–40° sind üblich; zusammenhängende, frei belegbare Flächen bevorzugen.
- Verschattung: Bäume, Kamine, Gauben, Nachbargebäude? Je weniger Schatten, desto stabiler die Erträge.
- Dachhaut & Statik: Zustand prüfen; sanierungsbedürftige Dächer zuerst erneuern.
- Rechtliches: Bebauungsplan/Denkmalschutz können Vorgaben machen – früh bei Gemeinde/Stadt klären.
Eigenverbrauch, Teileinspeisung oder Volleinspeisung?
- Eigenverbrauch senkt sofort die Stromrechnung; Überschüsse gehen ins Netz (Teileinspeisung).
- Volleinspeisung (alles ins Netz) hat eigene Vergütungssätze; privat seltener sinnvoll, kann aber z. B. bei separaten Flächen (Garagendach) passen.
- Wichtig: Vergütungssätze und Regeln ändern sich – vor Beauftragung den aktuellen Rahmen nach Anlagengröße und Inbetriebnahmedatum prüfen.
Wie groß soll die Anlage sein?
- Daumenregel: ca. 5–6 m² je 1 kWp Modulleistung.
- Planung: Dach sinnvoll ausnutzen (Budget, Zählerplatz, Statik). Leichtes DC-Oversizing zum Wechselrichter ist üblich, um reale Bedingungen (Temperatur/Ausrichtung) auszugleichen.
- Bedarf koppeln: Jahresverbrauch (Haushalt + Wärmepumpe + E-Auto) heranziehen; künftige Verbraucher (Wallbox, Klimagerät) mitdenken.
Speicher: Ja oder nein, und wie groß?
- Pluspunkte: Höherer Eigenverbrauch, mehr Autarkie, glattere Lastkurve.
- Rechnet sich nicht immer: Hängt von Strompreis, Lastprofil, Anlagengröße und Förderung ab.
- Orientierung Größe: 0,5–1,5× Tagesverbrauch (kWh). Modular starten (erweiterbar) ist oft vernünftig.
- Notstrom/Backup: Nur mit Hybrid-WR, Umschaltbox und definierten Notstromkreisen; Notstrom ≠ Inselbetrieb des ganzen Hauses.
Netzanschluss, Zähler & Formalitäten: Wer macht was?
- Netzbetreiber-Prozess: Anmeldung, Einspeisezusage, Zählertausch und Inbetriebnahmeprotokoll gehören ins Paket.
- Pflicht: Registrierung im Marktstammdatenregister (MaStR, laut Bundesnetzagentur) zusätzlich zur Netzbetreiber-Anmeldung.
- Zählerplatz/Haustechnik: Im Neubau/Fertighaus Zählerfeld, Überspannungsschutz und Reserven einplanen.
- Verantwortlichkeiten: Im Angebot festhalten, wer Netzbetreiber-Kommunikation, MaStR-Eintrag, Elektro-Abnahme sowie Gerüst/Dachdurchdringungen organisiert – und bis wann.
Kosten, Preislogik & Zahlungsplan: So erkennst du faire Angebote
- Stückliste verlangen: exakte Module, WR, Unterkonstruktion, Kabel/Schutz (AC/DC-Überspannung), Montage, Anmeldung, Inbetriebnahme, Monitoring; optional Speicher, Wallbox, Backup.
- Transparenz: Gesamtpreis inkl. Nebenarbeiten (Gerüst, Durchdringungen, Entsorgung), verbindliche Termineund Fixpreis.
- Zahlungsplan: Moderate Anzahlung (z. B. 10–30 %), Rest nach Inbetriebnahme.
- Vertragliches: Regelungen zu Verzug/Schlechtleistung (Nachbesserung, ggf. Pönale).
- Wirtschaftlichkeitsrechnung prüfen: realistische Annahmen zu
- Eigenverbrauchsquote,
- Strompreis heute und mögliche Entwicklung,
- Moduldegradation (jährlich),
- WR-Wirkungsgrad und Leitungsverluste,
- Speicherverluste (Round-Trip-Effizienz),
- Wartung/Reinigung (falls angesetzt).
- Vergleichbarkeit: 2–3 Angebote mit identischen Eckdaten (kWp, Speichergröße, Garantien) anfordern.
Steuern & Förderung – was bleibt wirklich hängen?
- Nullsteuersatz (0 % USt.) auf Kauf und Installation privater PV-Anlagen unter bestimmten Voraussetzungen – senkt Anschaffungskosten (laut BMF).
- Einspeisevergütung: Gesetzlich geregelt über einen festen Zeitraum; aktuelle Sätze vor Auftrag prüfen.
- Zusatzprogramme: Kommunale Zuschüsse, Landesprogramme, z. T. Kredite (energetische Maßnahmen) – regional/zeitlich unterschiedlich.
- Einkommensteuer: Kleinere Anlagen sind oft begünstigt – Details vorab klären (Verbraucherzentrale/BMF-Hinweise).
Mini-Checkliste
- Anlagendaten: kWp, Modul- & WR-Typ, Stringplan/Belegung, Dachhaken/Schienensystem.
- Leistung & Garantien: Produkt- und Leistungsgarantie bei Modulen (Jahre/Prozentverlauf), WR-Garantie/Erweiterung.
- Elektrik & Schutz: AC/DC-Kabel, Überspannungsschutz, Zählerplatz, Zählertausch.
- Dokumente: Netzbetreiber-Anmeldung, MaStR-Registrierung, Inbetriebnahmeprotokoll, Schaltplan, Monitoring-Zugang.
- Nebenarbeiten: Gerüst, Dach-/Spenglerarbeiten, Durchdringungen, Entsorgung.
- Optionen: Speicher (kWh, Zyklen), Wallbox, Notstrom/Backup.
- Wirtschaftlichkeit: Annahmen (Eigenverbrauch, Strompreis, Degradation, Speicherverluste).
- Zeit & Geld: Liefer-/Montagefrist, Fixpreis, Zahlungsplan, Regelungen bei Verzug/Schlechtleistung.
Schlussgedanke
Wenn dein Dach grundsätzlich passt, lohnt es sich, die verfügbare Fläche weitgehend zu belegen und künftige Verbraucher (Wärmepumpe, Wallbox) mitzudenken. Ein Speicher erhöht Komfort und Autarkie, rechnet sich aber nicht in jedem Profil – modular starten ist oft klug. Entscheidend für eine entspannte Umsetzung sind vergleichbare Fixpreis-Angebote mit klaren Zuständigkeiten (Netzbetreiber + MaStR) und ein sauber geplanter Zählerplatz. Vor Auftrag: aktuelle Vergütungssätze und ggf. Zuschüsse prüfen; danach ist es vor allem Handwerk und Terminplanung. Mit Monitoring kannst du später deinen Verbrauch verschieben – das bringt im Alltag meist mehr als jede Excel-Optimierung.
Weiterlesen in unserem Blog
- PV-Anlage + Wärmepumpe: Der geheime Trick für Null-Energiekosten im Eigenheim
- Hausanschlüsse Fertighaus: Strom, Wasser, Internet, Gas im Überblick
- Mit Fertighaus zum Energieeffizienzhaus – so geht’s
Hinweis: Angaben sind Richtwerte; regional unterschiedlich. Quellen: Bundesnetzagentur, BMF, Verbraucherzentrale. Stand: 2025.
FAQ
Photovoltaik für Anfänger
Nur, wenn du bei Ausfall definierte Stromkreise versorgen willst. Erfordert Hybrid-WR, Umschaltbox und eine abgestimmte Planung. Notstrom ist kein Voll-Inselbetrieb.
.fg-authorbox{margin:22px 0 0;padding:18px;background:#f2f2f2;border-radius:8px} .fg-authorbox__name{font-weight:700;font-size:18px;margin:0 0 6px} .fg-authorbox__role{font-weight:600;opacity:.85;margin:0 0 10px} .fg-authorbox__bio{margin:0;line-height:1.55}Kommt auf Strompreis, Lastprofil, Anlagengröße und Förderung an. Als grobe Spanne gelten 0,5–1,5× Tagesverbrauch als Speicherkapazität.
.fg-authorbox{margin:22px 0 0;padding:18px;background:#f2f2f2;border-radius:8px} .fg-authorbox__name{font-weight:700;font-size:18px;margin:0 0 6px} .fg-authorbox__role{font-weight:600;opacity:.85;margin:0 0 10px} .fg-authorbox__bio{margin:0;line-height:1.55}Den Netzbetreiber-Prozess durchlaufen und die Anlage im Marktstammdatenregister (MaStR) registrieren (laut Bundesnetzagentur).
.fg-authorbox{margin:22px 0 0;padding:18px;background:#f2f2f2;border-radius:8px} .fg-authorbox__name{font-weight:700;font-size:18px;margin:0 0 6px} .fg-authorbox__role{font-weight:600;opacity:.85;margin:0 0 10px} .fg-authorbox__bio{margin:0;line-height:1.55}Süd liefert meist den höchsten Jahresertrag; Ost/West sorgt für gleichmäßigere Tageskurve – oft besser für Eigenverbrauch.
.fg-authorbox{margin:22px 0 0;padding:18px;background:#f2f2f2;border-radius:8px} .fg-authorbox__name{font-weight:700;font-size:18px;margin:0 0 6px} .fg-authorbox__role{font-weight:600;opacity:.85;margin:0 0 10px} .fg-authorbox__bio{margin:0;line-height:1.55}Immer identische Eckdaten (kWp, Speichergröße, Garantien), klare Stückliste, Fixpreis, Termine und Zahlungsplangegenüberstellen.
.fg-authorbox{margin:22px 0 0;padding:18px;background:#f2f2f2;border-radius:8px} .fg-authorbox__name{font-weight:700;font-size:18px;margin:0 0 6px} .fg-authorbox__role{font-weight:600;opacity:.85;margin:0 0 10px} .fg-authorbox__bio{margin:0;line-height:1.55}
